Die lackschadenfreie Ausbeultechnik wurde bereits in den 70er Jahren von der Automobilindustrie genutzt, um kleinere produktionsbedingte Dellen an Neuwagen zu beseitigen. Mitte der 90er Jahre kam diese Reparaturmethode in Kfz-Werkstätten zum Einsatz. Die Versicherungen unterstützen dies, weil bei der Hagelschadeninstandsetzung die lackschadenfreie Ausbeultechnik als Kalkulationsgrundlage verwendet wird, um die Reparaturkosten zu senken. Heute ist Dellendrücken eine gängige Methode, um Hagelschäden, Parkschäden usw. zu reparieren.

Die Vorbereitung

Der Dellendrücker braucht eine bequeme Position zum Arbeiten, denn seine Tätigkeit erfordert Ruhe, Geduld und Konzentration. Da die Arbeit sehr anstrengend für die Augen ist, achtet er besonders auf gute Beleuchtung und vermeidet störende Reflexionen. Hier ist eine spezielle Fixierlampe sehr hilfreich. Das Auto muss für die Reparatur vorbereitet werden – so wird z. B. die Dachhimmelverkleidung abgenommen, wenn die Dellen sich am Dach befinden. Der Lack sollte poliert werden, um die Schadensbilder optimal beurteilen zu können, zudem bleibt auch seine Geschmeidigkeit durch die Pflege erhalten. Bei verwitterten Lacken wird die Rissbildung durch Kerbwirkung unterbrochen.

Jetzt kann es losgehen!

Je nach Art der Delle werden unterschiedliche Ausbeulhebel verwendet, im Sichtbereich wird oft mit speziellen Kunststoffaufsätzen für die Drückerhebel gearbeitet, um den Lack nicht zu beschädigen. Die Fixierlampe wirft Reflexionslinien auf den Lack – die entstehenden Reflexionsbilder helfen, die Größe der Beschädigungen zu beurteilen, die zu bearbeitende Stelle zu erkennen und die Position der Drückwerkzeugspitze zu lokalisieren. Mit viel Geduld beseitigt der Dellendrücker die Vertiefungen der Karosserieoberfläche nach innen. Die Dellen werden von der Innenseite des Bleches mit Hilfe der Hebelwerkzeuge „ausmassiert”.

Klebetechnik

In Fällen, in denen man an die Reparaturstelle mit dem Hebel schwer hinkommt, wird die Delle „herausgezogen”: Ein Adapter mit Spezialkleber wird auf das lackierte Blech angebracht und mit Hilfe von Spezialwerkzeug gezogen. Diese Methode nennt man Klebetechnik.